Kirchenmusik Schöppenstedt
Kirchenmusik Schöppenstedt

Kirche

Die St.-Stephanus-Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt Schöppenstedt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1234 und wahrscheinlich auf den Grundmauern einer zum Zwecke der Christianisierung vor 827 vom Bistum Halberstadt errichteten Taufkirche erbaut.

Eine Besonderheit stellt die mit mythologischen Darstellungen versehene drei Meter hohe Turmsäule aus ottonischer Zeit dar, die ehemals das Gewölbe des Turmraumes -dort auch zu finden- getragen haben dürfte.

Die symbolischen Motive lassen darauf schließen, dass die Säule ursprünglich eine altheidnische Kultstätte war, die später genutzt wurde, um auf ihr eine neue Kirche zu weihen.

Aber die Kirche hat noch eine Besonderheit aufzuweisen:

Den schiefen Kirchturm.

Und hierfür gibt es eine einleuchtende Erklärung:

Wenn das Gras kräftig wächst, freuen sich die Menschen. Aber wenn der Kirchturm grün von Gras und Moos ist, dann sieht das schlecht aus. Das dachten die Schöppenstedter auch. Der kluge Bürgermeister hatte lange überlegt, wie sie das viele Gras vom Kirchturm herunterkriegen konnten. "Ich habe es", rief er, "holt mal einen Ochsen aus dem Stall, der soll das Gras auffressen!"

Der Ochse wurde gebracht. Der Dachdecker musste auf die Kirche klettern und einen langen Strick um den Turm legen. Nun wurde ein Ende des Strickes dem Ochsen um den Hals gebunden, und am anderen Ende mussten die Leute ziehen. Schließlich ließ der Ochse seine Zunge weit aus dem Maul hängen. Als dieses der Bürgermeister sah, schrie er lauthals: "Seht ihr das? Er leckt schon!"

Aber es dauerte nicht lange, da rührte der Ochse sich nicht mehr. Er hatte das Aufhängen nicht vertragen und war mausetot. Von dem vielen Ziehen ist der Kirchturm ganz schief geworden. Und das ist auch heute noch so.

Am 08. Dezember 1999 ging eine schreckliche Nachricht durch das deutsche Land. Der Schöppenstedter Kirchturm war in Folge eines Blitzeinschlages in Brand geraten und völlig zerstört worden. Die Bürger haderten aber nicht lange.

Dank einer Feuerversicherung, großzügiger Unterstützung durch zahlreiche Sponsoren und der Bevölkerung konnten nicht nur der Turm sondern auch die in Jahre gekommenen Glocken erneuert werden.

Und eines war klar. Der neue Turm musste natürlich wieder "schief" werden. Zwar nicht durch einen Gras fressenden Ochsen sondern mit Hilfe umfangreicher Berechnungen.

Und er ist es auch geworden. Und mit einem Schmunzeln behaupten die Schöppenstedter, er wäre jetzt noch schiefer als vorher.

Quelle: Braunschweig Touren

Hintergrundfoto von Reinhard Scholz



















Kirchturm

Ev.-luth. Propstei Schöppenstedt, An der Kirche 1, 38170 Schöppenstedt